Keine Daseinsberechtigung?

Der "Kleine Onkel" wird gerettet.

Fast sechs Jahre ist es her, als Reinhard und seine Familie von einem gut 30 Jahre alten Pferd erfuhren, das im Tiroler Oberland sein Dasein fristete. Abgemagert, verfilzt, ungepflegt, todgeweiht. Man wollte es nicht mehr, doch für den Metzger war es auch nicht interessant. Also was tun?

Für die Familie war der Entschluss schnell gefasst, zumal die Tochter ein besonderes Herz für Pferde hatte. Der „Kleine Onkel“, so sein Name, muss gerettet werden.

 

Also begaben sich Reinhard und seine Familie auf die beschwerliche Suche nach einer Herberge, einem Ausgedinge für das ausgemergelte, bemitleidenswerte Tier. Und sie fanden einen ansprechenden Reiterhof. Dort fühlte sich der arme Kerl bald heimisch, auch wenn er mit Abstand der Kleinste war.

Jetzt hatte die Familie eine neue Aufgabe und versorgte das in die Jahre gekommene Pferd mit Futter, Pflege und Zuneigung.

Mittlerweile sind fast sechs Jahre vergangen. Der Kleine Onkel (38) fühlt sich wohl und ist wieder zu Kräften gekommen. Es ist eine wahre Freude ihm beim Grasen zuzuschauen.

Doch allein das Futter kostet im Monat 150.- Euro, abgesehen von den nicht unerheblichen „Nebenkosten“.

Es hätte damals einen einfacheren Weg gegeben: wegschauen. Aber das kam für die Familie nicht in Frage. Zweifellos gehört sie mit dieser Einstellung zu den Minderheiten. Und das gefällt MEHR- oder MINDER:HEITEN. Wir wollen das aufopfernde Engagement honorieren und andere Menschen zum Nachahmen anregen. Denn wie der Mensch mit dem Tier umgeht, so ist sein Charakter.

MEHR- oder MINDER:HEITEN finanziert im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten das Futter für zwei Monate und spendet 300.- Euro. 

Übrigens: jeder der ein bisschen Ahnung von Pferdehaltung hat, weiß, dass man mit 150.- Euro im Monat kein Pferd - auch wenn es klein ist - erhalten kann. Nebenkosten wie Hufschmied, Fellpflege, Pferdedecken, Halfter, Vitaminspritzen vom Tierarzt usw. sind zu finanzieren. Die Einstellkosten vom Stall teilen sich die Besitzerin vom Kleinen Onkel (Karin) und der Tierschutzverein. Dieser springt auch ein, wenn die Futterspenden zur Versorgung nicht ausreichen.

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